Erwachsenenbildung: ein Raum der Transformation und Sinnstiftung im Dienste der beruflichen und beruflichen Entwicklung
8. Januar 2026
Die Erwachsenenbildung findet in einem zeitlichen Kontext statt, der durch Wandel und Vielfalt der Lebenswege, der Beschäftigungsfähigkeit und der Notwendigkeit des lebenslangen Lernens (Life long learning) geprägt ist. Ziel ist es, eine positive Entwicklung in den verschiedenen Lebensbereichen eines Menschen zu fördern: vor allem im Privatleben, im Berufsleben und im Vereinsleben. Die Erwachsenenbildung ist weit mehr als eine einfache Verlängerung der Schulbildung, sie ist ein spezifischer Bereich der Erziehungswissenschaften: die Andragogik[1].
Erwachsene Lernende sind keine „unbeschriebenen Blätter“: Sie bringen einen Schatz an Erfahrungen, Wissen und Vorstellungen mit in die Ausbildung, der ihre Art zu lernen und ihre Umgebung wahrzunehmen prägt. Die Erwachsenenbildung geht über den reinen Erwerb technischer Kompetenzen hinaus und integriert Identitäten in den Lernprozess. Sie löst einen Prozess der Selbsttransformation aus, in dem das Lernen zu einem Mittel wird, sich seinen Werdegang wieder anzueignen, seine Praktiken zu überdenken und seiner beruflichen Entwicklung einen Sinn zu geben. Dies führt zum Erwerb von Querschnittskompetenzen, die eine harmonische Ergänzung zum erworbenen Wissen darstellen. Somit ist die Erwachsenenbildung ein starker Motor für Anpassungsfähigkeit und Innovation, der die Bewahrung und Schaffung von Wissen auf verschiedenen Ebenen (mikro-, meso- und makroökonomisch) miteinander verbindet.
Das Institut Supérieur de Formation Bancaire (ISFB) ist von diesem Ansatz überzeugt. Seine Erwachsenenbildung ist als reflektierender und kritischer Raum konzipiert, der es jedem ermöglicht, seine beruflichen Praktiken zu hinterfragen, ein tiefgreifendes Verständnis für die Arbeitstätigkeit zu entwickeln und gleichzeitig seine Handlungsfähigkeit zu stärken. Daher zielen die angebotenen Ausbildungsmaßnahmen darauf ab, theoretische Konzepte mit den Erfahrungen von Kollegen zu verknüpfen, die intrinsische Motivation zu unterstützen und die Übertragbarkeit des Gelernten auf den beruflichen Werdegang zu fördern.
Konkret besteht die Aufgabe der ISFB-Ausbilder darin, diese Ressourcen mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln aufzuwerten und gleichzeitig den Dialog zwischen den Auszubildenden zu fördern. Diese Anerkennung bildet die Grundlage der andragogischen Haltung, bei der das Lernen zu einer gemeinsamen Konstruktion von Wissen zwischen Ausbilder und Lernenden wird.
Letztendlich besteht Erwachsenenbildung darin, die Voraussetzungen für eine bewusste und autonome Entwicklung zu schaffen, die sich an der Schnittstelle zwischen der Reflexion über Wissen und der Analyse von Erfahrungen befindet, um den Herausforderungen der Umwelt gerecht zu werden.
In unseren nächsten Artikeln werden Konzepte der Erwachsenenbildung anhand der Frage vertieft, wie lernfördernde Umgebungen für erwachsene Lernende geschaffen werden können.
Richtwerte:
- Carré, P., & Caspar, P. (Hrsg.) (2011). Traité des sciences et techniques de la formation. Paris: Dunod .
[1] Definition: Wissenschaft und Praxis der pädagogischen Lernhilfe für Erwachsene.
Joseph Baud-Grasset
Ausbildungsleiter
ISFB
Bachelor- und Masterabschluss in Erziehungswissenschaften – Schwerpunkt Erwachsenenbildung (Universität Genf)
„Erwachsene auszubilden bedeutet nicht, Wissen zu vermitteln, sondern die Voraussetzungen für eine bewusste, selbstbestimmte und nachhaltige Veränderung der beruflichen Laufbahn zu schaffen.“
